Die Politik im Irak
Durch die Gründung des Königreich Irak im Jahre 1921 entstand aus den drei osmanischen Provinzen Bagdad, Mossul und Basra ein Staat, auf dessen Territorium nicht nur riesige Vorkommen an Bodenschätzen wie Erdöl und Erdgas lagern sondern auch ein Land, durch dessen Politik der Nahe Osten und die Region am Persischen Golf entscheidend beeinflusst wurden.
Die Ölförderung war von Staatsgründung an die Haupteinnahmequelle des Landes.
Mit der dauerhaften Übernahme der Macht durch die Bath- Partei im Jahre 1968 begannen erste Repressalien gegen die eigene Bevölkerung.
Staaten des Ostblocks halfen beim Aufbau des Landes und der militärischen Aufrüstung der Armee. Politisch war der Irak im Innern durch die starke Hand des Vorsitzenden der Bath-Partei, Saddam Hussein, seit 1979 geprägt. Von Anfang an setzte er mit Massenhinrichtungen Andersdenkender, der Isolation Intellektueller und der Bevorteilung seiner sunnitischen Glaubensrichtung mit Gewalt seine Interessen nach Außen und Innen durch.
Höhepunkte dieser stark durch militärische Einschüchterung und Gewalt basierenden Politik nach Außen und nach Innen waren der iranisch- irakische Krieg von 1980 – 1988 mit ca. 250 000 irakischen Toten und der Einsatz von Giftgas gegen irakische Kurden im Norden des Landes. Im 1. Golfkrieg 1990 besetzte der Irak das Nachbarland Kuweit, wurde aber durch eine weltweite Koalition 1991 wieder aus Kuweit vertrieben. Politisch gesehen konnte Hussein diese Niederlage aber für Teile der arabischen Welt als Sieg darstellen weil er in den Augen vieler Araber dem “Dämon” USA/Israel die Stirn geboten hatte. Mit dem Beginn des 2. Golfkrieges 2003 konnte aber auch Hussein durch seine Einschüchterungspolitik und das Setzen auf die “arabische” Karte die Niederlage und den Untergang des Bath-Regimes nicht aufhalten. Eine militärische Koalition unter Führung der USA und Großbritannien besetzte das Land konnten bisher eine politische Neuorientierung innerhalb des Iraks nur mit hohem militärischen und finanziellen Kraftakten in Gang bringen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist diese Ingangsetzung unter Berücksichtigung der irakischen Besonderheiten wie die Religionsgruppen und lokalen Stammesführer geprägt. So wurden im Januar 2005 erstmals seit 40 Jahren freie Wahlen durchgeführt, ein Parlament gewählt und eine endgültiger Rückzug aller fremden Truppen in naher Sicht ist gewiss.