Irak: Nicht nur Rohöl im Export-Angebot

Als Exportnation wird der Irak nahezu ausschließlich mit dem Begriff Erdöl in Verbindung gebracht – immerhin verfügt das Land nach Saudi-Arabien und Kanada über die drittgrößten, bereits erkundeten Vorräte der Welt. Doch der Irak hat weit mehr zu bieten: Vor allem auf dem Nahrungsmittelsektor zählte das Land in der Vergangenheit zu den wichtigsten Produzenten in der arabischen Region. Die Flußläufe von Euphrat und Tigris sorgten und sorgen für eine ertragreiche Landwirtschaft; über Jahrzehnte exportierte Irak große Mengen an Datteln, Zitrusfrüchten und Reis in nahezu alle Länder des Nahen und Mittleren Ostens. Als Dattelproduzent war das “Zweistromland” lange Zeit Weltmarktführer.

Nach der Rückkehr zur politischen Stabilität will Irak an diese Tradition nun anknüpfen, was jedoch mit erheblichen Anstrengungen verbunden ist: Während der Golfkriege zerstörte Infrastrukturen müssen vielfach völlig neu aufgebaut werden, die Wiederherstellung der Energieversorgung erfordert umfangreiche Kooperationen mit ausländischen Partnern. Die wirtschaftlichen Indikatoren deuten darauf hin, dass die Bemühungen fruchten: 2008 erreichte Irak ein Wirtschaftswachstum von 10,9 Prozent, für 2009 werden – angesichts des gesunkenen Rohölpreises – immerhin noch sechs Prozent plus erwartet. Bedingt durch die besondere politische Situation des Landes, wirkt sich die Weltwirtschaftskrise in Irak vergleichsweise gering aus.

Damit Sie in Irak wieder einen langfristig zuverlässigen Handelspartner finden, werden große Teile der Erlöse aus dem Export von Rohöl und Erdgas zur Finanzierung der internationalen Verkehrsknotenpunkte eingesetzt. So fließen rund drei Milliarden US-Dollar in die Wiederherstellung und den Ausbau des Flughafens Bagdad-Karbala, jeweils 300 Millionen US-Dollar werden in die Erneuerung der Flughäfen Irbil und Najaf sowie im Hafen von Umm Qasr am Persischen Golf investiert. Als Projektpartner sind Sie auch – und ganz besonders – willkommen bei der Wiederherstellung und dem Ausbau umfangreicher Bewässerungssysteme in den landwirtschaftlich geprägten Regionen; bis zum Jahr 2003 wurden immerhin rund 35.000 Quadratkilometer der Landesfläche künstlich bewässert, was der Größe des Bundeslandes Baden-Württemberg entspricht. Diese Flächennutzung will Irak mittelfristig wieder erreichen – und dauerhaft stabilisieren.